Kunst in der Sekundarstufe II
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Kunst in der Sekundarstufe II Der Kunstunterricht in der Sekundarstufe II wird erteilt nach den Richtlinien und Lehrplänen für die Sekundarstufe II – Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1999, hrsg. v. MSWWF NRW.

Stundentafel und Stundenverteilung

Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich in der Jahrgangsstufe 11 für das Fach Kunst oder Musik. In der Jahrgangsstufe 12 wird das Fach entweder als Grundkurs weitergeführt oder wahlweise vom Fach Literatur abgelöst, das nur in der 12/1 und 12/2 angeboten wird. Die Kurse in der 13 sind durch die neue APOGOST nur noch mit sehr geringen Schülerzahlen aufrecht zu erhalten. Den Schülerinnen und Schüler müssen schon in der Jahrgangsstufe 10 die genauen Bedingungen für ein mögliches Abiturfach Kunst dargelegt werden.
Zuordnung von Handlungsfeldern und Qualifikationen
Die Darstellung folgt den Richtlinien und Lehrplänen für die Sekundarstufe II - Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, S. 19/20).
  Handlungsfelder
 
  • Produktion von bildnerischen Gestaltungen
  • Rezeption von bildnerischen Gestaltungen
  • Reflexion über das Medium Bildsprache
  Die Sequenzzuordnung ist schwerpunktmäßig zu verstehen. Die gewählten Themen der Quartalen sollten das Erreichen der beschriebenen Qualifiaktionen ermöglichen.
 
Lernaspekte Themen Qualifikationen Sequenz
I:
Bilder als
Gestaltungsvorgänge
a) Materialität/Medialität/ Dimensionalität als Grundlagen
für Gestaltungsprozesse

b) Grundstrukturen/
Grundfunktionen
der Bildsprache
und der in ihr formulierten Gestaltungen

c) Grundlagen/
Bedingungen von
Darstellungs-,
Wahrnehmungs-
und Interpretationsformen

1) Bezüge zwischen Materialien/Medien, Werkzeugen und Bedeutungen in Gestaltungsprozessen erkennen und bildnerisch anwenden 11/1
2) Fläche, Körper, Raum, Zeit, Farbe, Linie als Gestaltungsmittel verstehen und form- und bedeutungssetzend nutzen 11/1
3) Unterschiedliche Bildfindungsmethoden, bildnerische Verfahren, Techniken aneignen und in Gestaltungen einsetzen 11-13
4) Unterschiedliche Intentionen wie Dokumentieren, Interpretieren, Appellieren in Bildern be-greifen und im Gestaltungszusammenhang realisieren 11
5) Den Gestaltungsprozess im Sinne des bildfindenden Dialogs verstehen und seine imma-nenten Freiräume für das Verstehen und Gestalten nutzen 11/2
6) Bildwirklichkeit als Wirklichkeit eigener Art verstehen und in diesem Sinne gestalten 11/2
7) Das komplizierte Verhältnis von Intentionen/Zweckbindungen/ Zweckfreiheit in Bildern ver-stehen und gezielt in eigene gestalterische Innovationen einbringen 11
8) Wahrnehmungs- und Darstellungskonventionen als Gestaltungs- und Verständnisbedingungen erkennen und in eigenen Gestaltungen verarbeiten 11/2
9) Eigene und fremde Bilder auf der Grundlage verschiedener Interpretationsmethoden systematisch entschlüsseln, dabei die Interpretation als unabgeschlossenen Prozess wahrnehmen 11/2
10) Resonanzerlebnisse als mögliche Annäherungsform an Bilder begreifen 11
11) Über fachspezifische schriftliche und mündliche Darstellungs- und Argumentationsformen verfügen 11-13
II:
Grundkonzepte bildnerischer Gestaltung
a) Konzeptionen
bildnerischer Gestaltung

b) Bildnerische
Strukturierungs-
und Handlungsprinzipien

1) Gestaltungskonzeptionen und Handlungsstrategien entwickeln, erproben und gezielt verwirklichen 12/13
2) Sich dabei bewusst machen, dass Bildermachen, -wahrnehmen und -verstehen sowohl von der persönlichen Einstellung als auch von durch Konventionen bestimmten Einstellungen beeinflusst wird 12/13
3) Interpretationskonzepte verstehen, beurteilen und bei der Bilddeutung verständnisvoll einbringen 12/1
4) Realistische, idealistische, phantastische, expressive Ausdrucksformen und Konzeptionen in Gestaltungsprozessen realisieren und als Prinzip einzelner Stilepochen erkennen 12/13
III:
Bildnerische
Gestaltungen
als Zeugnisse
einzelner Persönlichkeiten
und als Einzelerscheinungen
a) Die Persönlichkeit der Autorinnen
und Autoren

b) Die Besonderheiten einer Gestaltung

1) Bilder als Ausdruck eines individuellen Weltverstehens begreifen, Persönlichkeit in Bildern respektieren 13
2) Persönliche Bildsprache/-Struktur artikulieren 11-13
3) Eigenständige, persönlich geprägte Bilder erfinden 11-13
4) In Verständigungsprozessen über Bilder persönlich gesetzte Bedeutungen und persönliche Deutungen respektieren 12/13
5) Individuelle Interpretationsansätze und Interessen erkennen, vergleichen und bewerten 12/13
6) Individuelle Interpretationsansätze und Kommentierungen bildnerisch gestalten 12/13
7) Bilder ihrer besonderen Ausprägung entsprechend und betrachtergerecht präsentieren 11-13
IV:
Bilder und
Bildwelten in
gesellschaftlichen Zusammenhängen
a) Bildnerische Gestaltungen als
Ausdruck gesellschaftlicher Normen und Vorstellungen, als Kritik, als Gegenentwurf

b) Formgeschichtliche, motivgeschichtliche, rezeptionsgeschichtliche Aspekte

1) Bilder in ihren gesellschaftlichen Kontexten verstehen und Bilder mit entsprechenden Intentionen gestalten 13
2) Die gesellschaftlichen Bedingungen für Wahrnehmungs- und Darstellungskonventionen erfassen und für Interpretationen und bildnerische Gestaltungen nutzen 12/2
3) Eigene gesellschaftliche Positionen bildnerisch artikulieren 13
4) Geschichtlich bedingte Form- und Motivzusammenhänge kennen, zuordnen und in Deutungszusammenhänge einbringen 12/1 13
5) Kunstgeschichtliche Phasen kennen und im Zusammenhang mit Bildinterpretationen anwenden (11)12/13
6) Bildmotive als Gestaltungsmittel kennen und in eigene Gestaltungen einbeziehen 12
7) Bildtraditionen in/mit eigenen Bildern umdeuten 13
       
       
       
   
Mögliche Tmenefelder und Formulierungen für die Oberstufenkurse 11-13 Für die Erarbeitung der geforderten Qualifikationen können folgende Themenbereiche bzw. -felder herangezogen werden, dabei eignen sich einige Themen schwerpunktmäßig für bestimmte Qualifikationen und somit Jahrgänge durch ihre inhaltliche Dimension besser. Je nach Entwicklung der Themenfelder sind zusätzliche Qualifikationen zu erarbeiten. Grundsätzlich bleibt die Themenwahl aber frei und sollte auch bewusst offen gehalten werden, um den Schülerinnen und Schüler Richtungs- und Entwicklungsfreiheit zu lassen. In jedem Quartal ist mindestens ein Themenfeld zu erarbeiten.
 
Themenfelder Inhaltliche Dimension/ Formulierungshilfen
11

Selbstdarstellung, Selbstwahrnehmung, Spurensuche, Reisebilder,
Darstellungsmodi, Abstraktionsverfahren, Bildanalyse
freies Zeichnen, Wahrnehmungsschulung, Kultur und Natur,

werkimmanentes Analyseverfahren

Ich packe meinen Koffer, Disguise, Face2Face, Das bin ich nicht, Tagebuch einer fiktiven Person, Ich sehe was, was du nicht siehst, Körper-Wahrnehmung, Körper-Erfahrung Fremdkörper, Mensch & Tier, Körperteile, Köpfe, Gesichter – Fratzen - Masken, Gesten, Disguise (engl.), Spiel und Maske
Reiseerfahrungen, Klischees und Darstellungsmuster aufbrechen, Was ist Kunst? Ästhetik, Zeichenschule, Der zweite Blick
Der genaue Blick
Total Scharf

 

12  

Mythos, Mythen des Alltags (Barthes)
Musik-Bild-Beziehungen – Architektur
Architektur – historisch - konzeptionell, Mensch und Raum,

Bilder mit Bildern vergleichen: Atlasmapping als Bildanalyse

 

Motivgeschichtliche Untersuchung / Design, Kulturwissenschaftliche Aspekte, … auf der Suche nach der verlorenen Form, Kunst als kollektives Gedächtnis, Architektur, Landart, Landschaftsarchitektur, Raumplanung, Stadt, Land, Fluss, Mythen erleben, Alles kann Mythos werden, Dream a Dream
13    
vertiefend, bzw. frei, da zu diesem Zeitpunkt eine weitestgehende Selbstständige Beschäftigung mit Inhalten angestrebt wird, vgl. Arbeitsgestaltung und Arbeitsverfahren
 
   
Exkursionen

Resonanzerlebnisse als eine mögliche Annäherungsform an Bildern zu begreifen (I- a-10) sind mit Besuchen der Kunstwerke an ihrem Ausstellungsort zu erreichen. Dabei sollte pro Halbjahr eine Exkursion zum Quartalsthema passend angestrebt werden. Aus organisatorischer Sicht und unter Aspekte der Einsicht in die örtlichen Museums- und Ausstellungskultur sind Orte in der nähren Umgebung (Cappenberg, Dortmund, Hamm, Kamen etc.) zu bevorzugen.

Wenn möglich sollte eine Exkursion innerhalb der Oberstufenzeit in ein größeres Museum führen, z.B. Düsseldorf oder Köln).
Eine Einbindung des Faches Kunst in die Studienfahrten der Oberstufe (13) wird angestrebt.

Unterrichtsgestaltung und arbeitsverfahren Der Kunstunterricht der Oberstufe soll den organisatorischen räumlichen Umständen entsprechend Werkstattcharakter haben, der sich sowohl auf die Einrichtung der Räume als auch einhergehend auf das Lernprinzip bezieht. Der prozessorientierte und experimentelle Zugang (LP S.27) über das Material zum Inhalt und Themenfeld soll in der Oberstufe zunehmend durch geleitete Selbststeuerung erreicht werden. Die Bildung eines besonderen Lernortes »Kunstwerkstatt« trägt wesentlich zu dieser Lernsituation bei. Dabei ermöglicht es das Lernumfeld, die konkrete selbstständige Materialauswahl und ihre gedanklichen Assoziations- und Kombinationsmöglichkeiten mit Werkzeugen zu ersten Handlungen und latenten Produktideen zu führen. Der »bildfindende Dialog« (LP S.11) erfordert eine Handlungsintelligenz, die durch die Wechselwirkung von Tat und Geist geprägt ist, und ein unverzichtbares Spezifikum des Faches Kunst im Fächerkanon der Schule darstellt. Der Kunstlehrende passt sich in seiner Vermittlerrolle diesem veränderten Lernumfeld an. Diese bevorzugte, aber nicht ausschließliche Arbeitsweise trägt als wichtiges Modul einer Oberstufenausbildung bei und fördert in Vorbereitung auf weitere Ausbildungs- und Berufsqualifikationen wesentli-che Arbeitstechniken und Methodenkompetenzen. Der geforderten »Schülerorientierung«, »Gegenstandsorientierung« und »Methodenorientierung« (LP S.25) wird so ganzheitlich Rechnung getragen.
   
Materialien, Medien

Bei der gestalterischen Arbeit soll die Auswahl des Mediums in erster Linie das Ergebnis einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den hier vorgeschlagenen Inhalten bzw. Themen sein. Material- und Werkzeug sind dem individuell entwickelten Ausdruck nach auszuwählen. Dabei sind von den Schülerinnen und Schülern folgende Punkte zu beachten:

  • Möglichkeiten der Schule
  • eigene Möglichkeiten und Kenntnisse
  • Möglichkeiten und Kenntnisse des Lehrenden
  • Dauer und Fristen/Termine
  • Organisatorische Bedingungen

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich diesen Fragen stellen und dabei den Lehrenden als einen helfenden Faktor betrachten. Somit ist es selbstverständlich, dass auch Themen außerhalb des Erfahrungsfeldes des Lehrenden bearbeitet werden können, z.B. auch kulturwissenschaftliche Aspekte. Angestrebt ist dabei die Verzahnung von digitalen und analogen Be- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Material, als ein Teil der medienpädagogischen Ausbildung zur Gestaltungskompetenz, Auswahlkompetenz, Verstehenskompetenz und Urteilskompetenz (LP S.30).

 
Fächerübergreifende Möglichkeiten Zur Erarbeitung der ästhetisch-inhaltlichen Dimension eines Themenfeldes sind selbstverständlich fächerübergreifende Aspekte einzubeziehen. Das Fach Kunst in der Oberstufen öffnet sich bewusst dem interdisziplinären Fächeraustausch, insbesondere mit den Fächern Deutsch, Musik, Englisch, Französisch, Philosophie, Erdkunde, Religion und Mathematik.
   
   
Bewertung 8.1 Klausuren

Es sind drei verschiedene Aufgabenarten möglich:

  • Aufgabenart I: Bildnerische Gestaltung mit schriftlicher Erläuterung (auch als Hausarbeit in Jg. 11 und 12 wenn Kunst kein Facharbeitsfach ist, vgl. LP S43)
  • Aufgabenart II: Analyse/Interpretation von bildnerischen Gestaltungen
  • Aufgabenart III: Fachspezifische Erörterung – gebunden an Bildvorlagen oder Texten

In der Jahrgangsstufe 11 werden drei Klausuren geschrieben. Dabei ist nur eine mit einem bildanalytischen Schwerpunkt zu versehen (Aufgabenart II) und eine als Hausarbeit.

Insbesondere bei der Aufgabenart I ist in der Jahrgangsstufe 12 ein erweiterter Bearbeitungszeitraum zu beantragen.

 

8.2 Gestalterische, mündliche und schriftliche Leistungen

Die individualisierte und selbstbestimmende Form des Lernens erfordert für die Bewertung besondere Mechanismen, die den Schülerinnen und Schülern vor Beginn des Prozesses offen zu legen sind. Dabei lässt sich im Wesentlichen auf den LP (S.18) verweisen und die hier vorgeschlagenen Themenstellungen sind als Impuls für die im LP »problemorientierte« Arbeit anzusehen:

»Lernaspekt Selbstständiges Arbeiten«

  • Wahrnehmen und analysieren der Problemstellung
  • Antizipieren und prüfen möglicher Lösungswege auf ihre Chance hin, zu einem realisierbaren Ergebnis zu gelangen
  • Kennen und beherrschen oder erfinderisch erproben von Verfahren der Bildproduktion
  • Geduldiges und ausdauerndes Arbeiten auch bei Schwierigkeiten
  • Kritisches Beurteilen von Teil- und Gesamtergebnissen und eigenständigen Korrekturen im Prozess

Die im LP (S.49ff) aufgeführten Einzelaspekte des Beurteilungsbereichsbereichs »Sonstige Mitarbeit« ist den Schülerinnen und Schülern dem LP gemäß zu erläutern, dazu zählen:

  • Gestalterische Arbeit (als Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit)
  • Mündliche Mitarbeit
    o Arbeitsbegleitendes Einzelgespräch Lehrende – Lernende
    o Beiträge zum Unterrichtsgespräch
    o Beiträge in Gruppengesprächen
  • Hausaufgaben
  • Referat
  • Protokolle
  • Schriftliche Übung
  • Mitarbeit in Projekten

Der Punkt »Mitarbeit in Projekten« entspricht dem hier aufgestellte Unterrichtsbild des Kunstunterrichts am FSG besonders und kann die anderen Aspekte im konkreten Unterrichtsgeschehen integrieren (LP S.54):

  • Projektideen zu entwickeln
  • Zielsetzungen des Projektes zu formulieren
  • das Projekt selbstständig zu planen, zu organisieren und zu realisieren
  • geeignetes Material, Medien und Verfahren auszuwählen
  • besondere Kompetenzen in das Gesamtvorhaben zu integrieren
  • Ausdauer bei der Umsetzung zu entwickeln
  • Bereitschaft zu gedanklicher Auseinandersetzung und kritischer Reflexion zu zeigen
  • die Grenzen fachspezifischen Lernens zu erkennen und entsprechende Lernstrategien zu ent-wickeln
  • Qualitätsansprüche hinsichtlich der Gestaltung zu vermitteln und zu halten
  • Ergebnisse sach- und betrachtergerecht zu präsentieren
  • Einzelergebnisse und den Projektverlauf zu reflektieren und zu bewerten
  • fächerverbindende und übergreifende Aspekte aufzuspüren und weiterzuentwickeln
  • zielgerichtet zu kooperieren
  8.3 Konkretisierte Bewertungsaspekte

Ästhetisch-praktische Arbeit

  • die Idee, Originalität, der Einfallsreichtum
  • Fähigkeit des »bildfindenden Dialogs« – Entwicklung, Kehrtwende, …
  • praktische Zwischenprodukte (Skizzen, Entwürfe…)
  • Zur Begleitung und Beurteilung des Herstellungsprozesses der Arbeit wurde der Zwischenstand der Arbeit in den Unterrichtsstunden vorgestellt und besprochen.
  • Nach Absprachen wurden Arbeitsschritte außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt.
  • Das Werk ist ansprechend gestaltet.
  • Das Werk ist »bildnerisch verständlich« gestaltet.
  • Das Werk ist der mit seiner erforderlichen Sorgfalt verarbeitet, das Produkt ist ausstellungsfähig, stabil und haltbar.
  • Mit Material und Werkzeug wurde angemessen umgegangen.
  • Der Zeitplan wurde eingehalten.
  • Konkrete Arbeitsanweisungen bei praktischen Übungen wurden ausgeführt.
  • ...

Dokumentation der Arbeit im Kunstbuch:

  • Die schriftlichen Teile sind lesbar, haben eine angemessene sprachliche Ausdrucksform und verwenden Fachvokabular!!
  • Das Kunstbuch ist ansprechend gestaltet, dabei wird die Gestaltung durch den inhaltlichen Aspekt der Arbeit bestimmt.
  • Die gestalterischen Fähigkeiten werden im Kunstbuch erprobt und erweitert.
  • Die Dokumentation ist schlüssig, Ideenfindung, Herstellungsprozess und Aussageabsicht werden in Schrift und Bild (hauptsächlich Zeichnung) festgehalten.
  • Der eigene Prozess und das eigene Werk werden selbstkritisch beurteilt.
  • Es ist eine eingehende themenbezogene Beschäftigung im Kunstbuch zu erkennen in Form von Bildsammlungen, Zitaten aus der Alltagskultur und dem persönlichen Umfeld.

Arbeitsatmosphäre / Mitarbeit:

  • intensive Arbeit bei gleichzeitig entspannter Atmosphäre
  • »Lust« bei der Arbeit
  • Bereitschaft auch zur Übernahme von unangenehmen Aufgaben.
  • Mithilfe beim gemeinsamen Aufräumen.
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Material, Werkzeug und Räumen.
  • Aufmerksamkeit im Unterricht
Kunstbuch
Ein wesentliches Element der Selbststeuerung und Selbstdisziplin ist das »Kunstbuch« in den Oberstufenkursen des FSG. In anderen Unterrichtsfächern und Zusammenhängen sind ähnliche Formen der Unterrichtsarbeit zu finden mit den Bezeichnungen »Lerntagebuch«, »Lernjornal«, »Journal-writing«. Im Kunstunterricht erfährt das Kunstbuch eine ästhetische Erweiterung, orientiert an künstlerischen Arbeitverfahren wie dem klassischen Skizzenbuch oder dem aktuelleren Mapping bzw. Atlasverfahren.

Das »Kunstbuch« ist ein

  • Skizzenbuch
  • Ideenbuch
  • Protokollbuch
  • Archivbuch
  • Tagebuch
  • Sammelbuch
  • Arbeitsbuch
  • Kommunikationsmedium bzw. –anlass
  • etc.
 
   
 

 

 

Das unlinierte leere Buch wird im Laufe des Schuljahres zu einem persönlichen, eigenständigen Mitläufer des Kunstunterrichts, das einen eigenen ästhetisch-gestalterischen Wert erhält. Hierin werden neben den allgemein ausgeteilten Arbeitsmaterialien auch eigene Quellen und Ergebnisse zusammengetragen. Das Erstellen und Zusammentragen der Materialien für das Buch stellt für sich schon eine Handlung dar, die gestalterische Funktion hat und zum reflektierten Umgang mit bzw. Umwandlung der Materialien nötigt.

Dieses Buch dient für den Lehrenden zur Leistungserfassung im Werkstattunterricht, indem Pro-zessabläufe oder -brüche nachvollziehbar werden. Das Kunstbuch ist auch ein Mittel, die Sequenzi-alität eines Quartalsthemas in seinem komplexen Bedeutungszusammenhang zusammenzuhalten und die Ziele des Kunstunterrichts über die Unterrichtszeit hinaus zu tragen. Der Arbeitsleistung im und am Buch ist entsprechend Zeit (Hausaufgabe) und Wertschätzung (auch im Unterricht) zu zollen. Die Einführung des Kunstbuches in der Jahrgangstufe 11 bildet auch für die in Jahrgangsstufe 12 alternativ wählbaren Literaturkurse eine dort verlangte methodische Grundlage.

 


Das Kunstbuch wird zur Bewertung der Quartalsleistungen im Sinne der Prozessbezogenheit herangezogen, bildet aber je nach Thema auch ein Produkt an sich, das in die Bewertung mit aufgenommen werden muss.

Folgende Hilfestellungen und gleichzeitig Bewertungsgrundlagen bieten sich für die Arbeit mit dem Buch an, dabei sollen nicht nur schriftliche Äußerungen benutzt werden, sondern insbesondere auch zeichnerische, collageartige Ausdrucksformen angewendet werden, um die bildsprachlichen Möglichkeiten zu erproben:

  • inhaltliche Notizen, Skizzen
  • offene Fragen, Unerledigtes
  • eigene Ziele
  • Kurzbericht über den Ablauf von Unterrichtssequenzen
  • Einschätzungen und eigener Lernfortschritt nach bestimmten Unterrichtssituationen
  • Bericht über die eigenen (Lern-)Aktivitäten bzw. Arbeitsmethoden
  • Empfundene Behinderungen des Lernens
  • Schildern innerer Zustände, wie Irritationen, Erleichterungen, Spannungserlebnissen
  • Wertungen, emotionale Äußerungen
  • Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen, Vorhaben formulieren
  • persönliche Einsichten, Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse
  • biographische Rückblenden
  • Meinungen


Die grundsätzlichen Methodenkompetenzen für das Kunstbuch sollen schon in der Sek. I anhand des Kunstheftes erarbeitet sein.

 
Zitate aus Kunstbüchern
»Die Arbeit mit dem Buch hat mich wirklich sehr viel Arbeit gekostet, aber ich habe es sehr gern gemacht und ich bin auch sehr stolz darauf. Ich gucke es mir immer wieder gerne an und werde es auch aufbewahren. Ich denke, dass ich dadurch noch einen Schritt an die Selbstständigkeit herangetreten bin. Zum Ende hin habe ich für mich selbst entschieden, was in ›mein‹ Buch gehört und was ich für wichtig halte. Die ersten Seiten des Buches finde ich jedoch für mich persönlich auch sehr lehrreich, da ich eigentlich eine sehr unordentliche Heftführung habe, in dem Buch aber auber und ordentlich gearbeitet habe. Wenn ich es also wirklich möchte, kann ich es auch schaffen!« (Ende GK 12)  
   
 
  »Das Kunstbuch könnte ich auch als TAGEBUCH betiteln, soviel wie ich immer zu schreiben hatte. Erst dachte ich ja, wir hätten uns an strenge formale Auflagen zu halten, aber schließlich durfte man machen, was man wollte. Auch im Unterricht sind wir immer selbstständiger geworden, was unsere Arbeit angeht.
Zwar hat sich gezeigt, dass wir nicht ganz alleine im Stande sind, uns aufzuraffen, aber wenn wir dann eine Richtung bekamen... Wir sind sicher alle an dieser Art von Unterricht
gewachsen, einige mehr, einige weniger. Das Wichtigste was wir gelernt haben, ist ... man sollte seine Sinne für alles bereit halten.« (Ende GK11 02/03)
   
 

Stand: 12.04.2005
Abel Varga

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